Show-PM der FDP anlässlich der heutigen Sonnenfinsternis

Zum ersten Mal seit dem 11. August 1999 ist über Deutschland zwischen 9:33 Uhr und 11:53 wieder eine Sonnenfinsternis zu bestaunen. Dieses Ereignis sollte nicht ohne entsprechender Schutzbrille (Sonnenbrille reicht nicht!) verfolgt werden, um dauerhafte Netzhautschädigungen zu vermeiden. Genauso wie viele Menschen, die dieses Ereignis gerne angeschaut hätten, verpennt haben sich eine solche Brille zu beschaffen, haben auch die Anbieter solcher speziellen Brillen verpennt und die Nachfrage unterschätzt. Die FDP Mönchengladbach hat eine nun wirklich interessante Sichtweise, wer denn die Schuld  an diesem Dilemma  trägt- ungefiltert und ganz ohne Schutzbrille.   

Immer zu predigt die FDP über Eigenverantwortung und dass ein Staat nur Rahmenbedingungen schaffen dürfe – sich aber bei allem anderen gesellschaftlichen Belangen raus zu halten habe. Vor allem dann wenn die großen Konzerne und Wirtschaftslobbyisten abkassieren können. Nur wenn etwas nicht ganz so gut läuft, dann wird der Staat schnell in die Verantwortung genommen.

SonnenfinsternisFür Nicole Finger, die von der Rheinischen Post ernannten Fraktionsgeschäftsführerin (gemäß eines RP-Online-Artikels vom 11.03.2015) trifft das eben auch auf die kleinen Dinge im Leben zu,  z. B. wenn ein Produkt aufgrund unterschätzter Nachfrage nicht verfügbar ist. Das ist dann selbstverständlich nicht die Schuld der Hersteller oder der Vertreiber, sondern das Schulministerium trägt die Schuld, weil es die Schulen nicht „rechtzeitig“ informiert habe und es nun zu einer gesellschaftlichen Trennung zwischen Schutzbrillenträgern und denen komme, die in den institutionellen Dunkelkammern weggeschlossen werden müssen. Klassenkampf im Rahmen des neo-liberalen Grundgedanken? Das ist neu!

Natürlich müssen die BürgerInnen in Mönchengladbach über diesen Skandal informiert werden und so wird am heutigen Tag, an dem die Sonnenfinsternis zu verfolgen ist, über die Rheinische Post auf einen offenen Brief von Frau Finger an die Ministerin für Schule und Weiterbildung Sylvia Löhrmann hingewiesen.

Dabei wird auch wieder mal die „Mutter von zwei Kindern“ -Karte ausgespielt, die momentan immer dann zu tragen kommt, wenn es gerade um Themen rund um Grund- und Sekundarschule geht – ein ausgelutschtes Erfolgsrezept der FDP, dass die eigene Betroffenheit und Bürgernähe suggerieren soll. Schon bei der letzten Bundestagswahl haben die Menschen begriffen, dass sich die sogenannten Liberalen näher an Wirtschaft und Lobbyisten befinden als bei den BürgerInnen. Presseartikel und -erklärungen dieser Art machen es hoffentlich einfacher auf solche Tricks nicht reinzufallen.

Dennoch sind wir jetzt schon gespannt, wer die Schuld für das schlechte Wetter am heutigen Tag, welches möglicherweise eine Verfolgung der Sonnenfinsternis – egal ob mit oder ohne Schutzbrille – verhindern wird, tragen muss.

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